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Die Fünf Naturgesetze

Die Fünf Naturgesetze wurden seit 1981 von Dr. med. Mag. theol. Ryke Geerd Hamer erforscht und beschrieben. 

Grundsätzlich stellen sie ein theoretischen naturwissenschaftliches Modell über psychische, neuronale und körperliche Veränderungen im lebenden Organismus dar und wären somit als Teil der Biologie zu verstehen. 

Sie sind keine "Anwendung" im engeren Sinne, sondern eine Konzeption, eine Idee darüber, wie Veränderung im Organismus verläuft. In diesem Sinne handelt es sich also keineswegs um eine Therapieform, sondern maximal um eine Methodologie, aus der sich verschiedene therapeutische Schritte, je nach Anwendungsbereich, ableiten lassen. 

Während Dr. Hamer und viele seine Anhänger hier von einer "Medizin" oder "Heilkunst" sprechen, teile ich diese Auffassung nicht. Für mich stellen die Fünf Naturgesetze eine Orientierung im "System Mensch" dar, aus der sich sinnvolle Schritte ableiten lassen.

1. Das Erste biologische Naturgesetz besagt, dass eine jede psychische, neuronale und körperliche Veränderung stets durch einen so genannten biologischen Konflikt beginnen, was eine spezifische Wahrnehmungsvariante ist. Jede Veränderung verläuft stets auf den drei Ebenen Psyche-Gehirn-Organ. Somit stellt dieses erste Naturgesetz die Psychosomatik in Frage, gemäß derer eine körperliche Veränderung die Folge einer psychischen Belastung sein soll.

Im Sinne des Ersten biologischen Naturgesetzes ist jedoch eine psychische Belastung immer ein Symptom einer bereits verlaufenden körperlichen Veränderung und einem dazu gehörigen neuronalen Prozess. Zudem beschreibt das erste Naturgesetz, dass jedes Organ oder Organteil stets mit einem spezifischen Bereich im Gehirn ("Gehirnrelais") und einem dem biologischen Zweck des Organs entsprechendem psychischen Aspekt entspricht. Die Frage, welches Organ vom biologischen Konflikt betroffen ist, ist ebenfalls definiert, nämlich durch den Konfliktinhalt, also die Art der Interpretation während des biologischen Konflikts. 

2. Das Zweite biologische Naturgesetz beschreibt, dass jeder im Körper verlaufende Prozess stets eine "aktive" oder "Reaktionsphase" besitzt, die unmittelbar nach dem Erlebnis des biologischen Konflikts aktiviert wird und in die zweite Phase die "Lösung" oder "Regenerationsphase" umschlägt, sobald der erlebte Konflikt sich als gelöst darstellt. Diese beiden Phasen sind in etwa proportional zueinander, so dass sich eine Voraussage darüber machen lässt, wie lange ein Zustand noch anhalten wird.

3. Das Dritte biologische Naturgesetz beschreibt, dass die organisch-spezifischen Veränderungen im Organismus nicht zufällig, sondern einem durch Embryologie vordefinierten System entsprechen. Je nachdem welcher der vier Grundgewebsarten ein Organ angehört, wird es sich in den beiden Phasen auf eine bestimmte Art und Weise verhalten. So lässt sich anhand spezifischer Symptome nicht nur der momentane Status der Phasigkeit ermitteln, sondern auch die Zuordnung des Prozesses zu einer bestimmten Gewebsart, die immer auch einer bestimmten Konfliktkategorie entspricht.

4. Das Vierte biologische Naturgesetz beschreibt, dass Kleinstlebewesen, also Mikroben, nicht zufällig im Körper vorkommen, sondern im Rahmen einer symbiotischen Aufgabe die verschiedenen Gewebe besiedeln. Ausgenommen hierfür sind natürlich unnatürliche Formen oder Vorkommensweisen von Mikroben ("Krankenhauskeime etc.) wie auch Vergiftungen ("Salmonellen, Wundbrand etc.).

5. Das Fünfte biologische Naturgesetz ist im Grunde genommen kein "Naturgesetz" im nachvollziehbaren Sinne, sondern eine teleologische Zusammenfassung der vorangegangenen vier Naturgesetze.

Es beschreibt, dass eine jede so genannte "Krankheit" (Verletzungen und Vergiftungen ausgenommen) stets Teil eines entwicklungsgeschichtlich verstehbaren biologischen Sonderprogramms ist. Diese Sonderprogramme seien von der Natur ursprünglich entwickelt worden, um das Überleben der Individuums oder der Gruppe in unerwarteten, bedrohlichen Situationen zu erleichtern.

Der Zusatz "entwicklungsgeschichtlich verstehbar" ist in dieser Formulierung der ausschlaggebende Punkt. Denn während diese Sonderprogramme im Sinne eines "biologischen", nämlich zwangfreien und archaischen Lebens zweckmäßig sind, kann ihre Anwesenheit selbst heute für uns zu einem Problem werden. 

Nach Paul Watzlawick formuliert würde man sagen: "Nicht das Problem ist das Problem. Die Lösung ist das Problem".

Nämlich ein Problem in dem Sinne, dass viele Sonderprogramme für uns heute keinen Zweck mehr erfüllen, oder zumindest nicht in der Art und Weise, wie sie offenbar konzipiert sind. Durch diesen Effekt treten diese Sonderprogramme beim Menschen sehr viel häufiger und dauerhafter auf, als sie gedacht sind und führen somit zu einem eigenständigen Problem, nämlich einer hinderlichen oder gar gefährlichen organischen, neurologischen oder psychischen Veränderung, die dann einer "Behandlung" bedarf. 

Durch seine weltanschaulichen und ideologischen Positionen neigt Dr. Hamer selbst dazu, seine Entdeckung zu politisieren und sogar medizinische Entscheidungen und seine Form der Kommunikation sind durch diese inneren Haltungen geprägt. 

Ich lehne diese Beeinflussung ab und verwende die Kenntnis der Fünf Naturgesetze insofern auf eine andere Art und Weise.

 

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